Wenn ich mit meinen KundInnen aufräume, starte ich sehr gerne in der Küche. Die Küche ist der Ort, der während des Tages regelmäßig genutzt wird (selbst bei Menschen, die wenig kochen). Eine sinnvolle Küchenorganisation ist also immer eine Erleichterung. Außerdem hat man zu den meisten Gegenständen wenig emotionale Bindung. Die Küche ist also ein guter Ort, um die pragmatische Herangehensweise zu prüfen.
Viele Küchen sind leider extrem ungünstig geplant. Der spitzeste Dorn in meinem Auge sind die Eckschränke. Das sind immer die absoluten Todeszonen. Was da drin landet, findet den Weg nie mehr raus bzw. wenn überhaupt, nur dann, wenn ich sehr motiviert bin und alles ausräume. Wer einen Eckschrank hat, weiß wovon ich rede: man muss quasi mit dem ganzen Körper hineinkrabbeln, um die Dinge aus den Tiefen hervorzukramen. Macht natürlich niemand. Deshalb kann man meistens die Sachen aus dem Eckschrank direkt in die Schachtel „zum Verschenken“ geben.
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ToggleEin weiteres Ärgernis sind gaaaanz hohe und gaaaanz tiefe Schränke. Ja, man mag da eine Menge reinkriegen, aber alltagstauglich sind sie nicht. Stattdessen verkommen im hinteren Bereich die Fehlkäufe und in den oberen Regalen finden sich die unhandlichen Gerätschaften, die man im Übrigen meist nur mit der Leiter erreicht. Das Problem ist oft weniger das Herausräumen, aber das Wegräumen nervt so sehr, dass man irgendwann auch das Herausräumen gänzlich vermeidet.
Auch wenn es schmerzt: ich empfehle, die Eckschränke nur zum Teil zu nutzen und den hinteren Teil einfach frei zu lassen. So hat man zumindest eine Chance, auch wirklich alles gut zu erreichen und auch schnell wieder aufräumen zu können.
Neue Küchen haben eigentlich fast nur noch tiefe Schubladen. Dafür sind die Schränke weniger tief und nicht so hoch. Man kann also wirklich alles problemlos erreichen.
Nun haben meine KundInnen wenig Lust, sich eine komplett neue Küche zuzulegen. Also brauchen wir eine Lösung. Die heißt: Körbe. Mit Körben kann man fehlende Schubladen ganz gut ersetzen. Dabei lieber mehrere kleine Körbe als einen Großen verwenden. Schließlich wird man sie öfter aus dem Schrank nehmen. Da ist ein großer Korb wiederum sehr unpraktisch.
Auch bei der Küchenorganisation setze ich auf Reduktion. Das rate ich auch meinen KundInnen: lieber von allem etwas weniger – dafür übersichtlich und griffbereit. Wenn möglich, kann man ein eigenes kleines Lager einrichten. Da kommen dann doppelte Gewürze, Tees, die Nudeln aus dem Angebot etc. rein. Für die Übersicht kann es sinnvoll sein, eine Lagerliste zu führen. Für das Lager kann man dann auch gut den bereits erwähnten Eckschrank oder die oberen Schrankregale verwenden.
Kochutensilien wie Löffel, Schneebesen und Pfannenwender können sehr gut in einem stabilen Krug neben dem Herd aufbewahrt werden. Bei doppelt und dreifacher Ausführung empfehle ich: alles in die Hand nehmen und nur behalten, was man gerne anfasst.
Ein unterschätzter Stauraum ist im Übrigen der Backofen. Hier kann man wunderbar Back- und Auflaufformen unterbringen. Selbst wenn man den Ofen oft benutzt – alles ist mit einem Griff raus- und wieder reingeräumt. Probier´ es einfach mal aus.
Geschrieben von Andrea Auer
Stiegengasse 6, 3350 Haag
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